Professor Dr. Reinhard Fricke und die Kältetherapie

Die Kälte ist als therapeutische Anwendung schon sehr lange bekannt. Die Kältetherapie bzw. Ganzkörperkältetherapie (GKKT) wird in der Medizin, dem Sport und als Wellness angewendet. Sie  wurde 1980 von dem Japaner Yamauchi zur Behandlung der Rheumatischen Arthritis eingeführt. In Deutschland war es der Professor Dr. Reinhard Fricke, der 1980 diese Behandlung zu den entzündlich-rheumatischer Erkrankungen einführte und als Vorreiter diese Anwendung eigens ausprobierte. Wie das Leben des Dr. Reinhard Fricke aussah und wie er heute zum Vorreiter der Ganzkörperkältetherapie geworden ist, wird hier für Sie erläutert.
Professor Dr. med. Reinhard Fricke

Prof. Dr. Fricke im Gespräch mit dem Eissauna-Team

Das Leben des Professors

Der heute 88-jährige Mediziner, Professor Dr. Reinhard  Fricke wusste schon früh, dass er Arzt werden möchte. Jedoch konnte der in Bremen geborene Sohn einer Lehrerin zunächst nicht Medizin studieren. Ein Medizinstudium sei einfach zu teuer gewesen, weswegen er nach dem Abitur ein Studium der Naturwissenschaften in Regensburg begann.

Durch ein Stipendium verbrachte er ein Jahr in Amerika, zum Studium der Pflanzenpathologie und begann danach in Göttingen schließlich das Medizinstudium zu beginnen. Während seines Studiums lernte er seine Frau Waltraut kennen. Sie studierte Lehramt, in Göttingen. Noch während ihrer Studienzeit heirateten sie 1955 und bekamen im selben Jahr ihr erstes Kind. Nach dem Staatsexamen 1957, zogen sie nach Bremen, bis Fricke zu wissenschaftlichen Arbeiten nach Marburg wechselte. Dort fing er an sich mit dem Krankheitsbild Rheuma erstmals zu beschäftigen.

Zwei weitere Jahre studierte der Mediziner in Amerika an der Krankheit Rheuma weiter. Seine Ehefrau mit ihren mittlerweile drei Kindern zogen mit. Danach zog er zurück nach Deutschland und erlangte durch seine wissenschaftliche Arbeit seinen Professoren-Titel. Nachdem er fünf Jahre als Chef der inneren Medizin tätig war, ist er zur intensivmedizinischen Ausbildung nach Sendenhorst gezogen. Dort ist er auf seine größte berufliche Herausforderung getroffen: Den Aufbau der Klinik im St.-Josef-Stift für Rheumatologie. Dort arbeitete er von 1980 bis 1996 als Chefarzt.

Professor Dr. Fricke und die Kältekammer im St.-Josef-Stift

Eiszeit im St.-Josef-Stift

„Ich habe bereits 1960 Gelenkentzündungen mit Kälte behandelt. Dabei habe ich festgestellt, dass nicht Wärme sondern ganz im Gegensatz die Kälte eine Verbesserung bringt“ Mit seiner außergewöhnlichen Kälte-Theorie sei er zunächst von einigen Kollegen angegriffen worden. Dennoch hat der Fricke nicht aufgegeben. 1979 traf er erstmals auf den japanischen Facharzt Dr. Yamauchi und konnte im Sommer 1980 bei ihm in Japan im Selbstversuch die Kaltluftbehandlung studieren. So hat er schließlich bei seiner Forschung herausgefunden, dass die Kombination aus Kälte und chemischen Medikamenten am effektivsten ist. 1980 wurde eine Rheumaklinik unter der Leitung des Prof. Dr. Reinhard Fricke, eröffnet: die erste Kältekammer, als damals revolutionäre neue Behandlungsmethode für entzündlich-rheumatische Gelenke, bewirkte für ein nachhaltiges Rauschen in Sendenhorst. 1982 sagte der Mediziner: „Wärme kann dort erfolgreich angewandt werden, wo rheumatische Beschwerden nicht entzündlich sind. Liegt aber eine Entzündung vor, kann sie durch Wärme gesteigert werden“. Da durch die Kühlung, die Durchblutung der Gelenke angeregt wird, lässt infolgedessen der Schmerz nach. Dadurch konnte der Einsatz von Medikamenten reduziert werden.

Mit 68 Jahren schied Fricke 1996 aus dem St.-Josef-Stift aus, arbeitete aber dennoch in der Forschung und der Fortbildung weiter und betreut noch heute Doktoranden.

Die St.-Josef-Stift Klinik in Sendenhorst